"Ich habe noch nie so etwas Brutales gesehen": Wie eine Fahrkartenkontrolle in München völlig eskalierte

Was ich in einer Münchner S-Bahn erlebt habe, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Schuld daran sind zwei Security-Männer der Deutschen Bahn. Sie knöpften sich einen Schwarzfahrer vor – und das auf äußerst brutale Weise.

Sie stiegen gegen 12 Uhr mittags in eine S-Bahn, die vom Flughafen München in die Innenstadt fuhr. Die beiden ließen sich von jedem Passagier das Ticket zeigen und gingen weiter. Bei einem Mann, der in meiner Nähe saß, blieben sie länger stehen.

Er hatte kein gültiges Ticket. Also gingen die Sicherheitsleute ihrem Job nach, von Anfang an rabiater als gewöhnlich. Der Mann dagegen blieb ganz ruhig.

Die Bahn-Beamten fragten ihn nach seinem Ausweis. Und stellten ihm noch eine Menge weiterer Fragen. Dinge, die sie nichts angingen, wie: „Von wo bist du angereist?“ Oder: „Wohin soll die Reise gehen?“

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Außerdem wollten die DB-Angestellten wissen, wie viel Geld er bei sich habe. Es waren nur 9 Euro. Geld, das er anscheinend dringend brauchte. Die zwei Männer nahmen ihm das Geld ab und rechneten es auf die 60 Euro an, die Schwarzfahren in München kostet. Er schulde ihnen der Deutschen Bahn also noch 51 Euro, sagten sie.

Obwohl der Reisende immer wieder betonte, wie sehr er auf die 9 Euro angewiesen sei. Widerstand zwecklos. Sie drohten ihm sogar damit, die Polizei einzuschalten.

Wie die Bahn-Beamten reagierten, war einfach nur brutal

„Das ist dein letzter Stopp“, sagten sie irgendwann zu dem Schwarzfahrer. Und zwangen ihn, die Bahn an der Haltestelle Leuchtenbergring zu verlassen. Was dann passierte, war einfach nur brutal. Ich habe noch nie so etwas gesehen.

Die Bahn-Beamten mögen das Recht gehabt haben, den Mann aus der Bahn zu verweisen. Aber nicht auf diese Weise. Sie packten ihn, nahmen ihn in den Schwitzkasten und beförderten ihn aus dem Zug, dessen Türen sich schon wieder schlossen.

Der Mann wehrte sich, hielt sich an einer Trennwand fest. Doch das schien die DB-Leute nur noch mehr anzuspornen.

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Die Auseinandersetzung zwischen den drei Männern verschlimmerte sich zusehends. Ich versuchte, einzugreifen – das tat ich auch schon seit der ersten Minute. Sagte ihnen, dass man so nicht mit einem Menschen umgehen kann. Aber keiner der Sicherheitsleute wollte mich anhören.

Letztendlich schafften die beiden Bahn-Beamten es, den Mann aus dem Zug zu schmeißen. Mit aller Gewalt. Auch am Bahnsteig drückten sie ihn noch auf den Boden, mit dem Gesicht auf den Asphalt.

Oben seht ihr das Video, das ich während den gewalttätigen Szenen aufgenommen habe.

Die HuffPost-Redaktion hat die Deutsche Bahn um eine Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen hat auf die Anfrage noch nicht reagiert.

Das Protokoll wurde aufgezeichnet von Bettina Steinke.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken – all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der HuffPost zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

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Source: Huffpost

Ein Gedanke zu “"Ich habe noch nie so etwas Brutales gesehen": Wie eine Fahrkartenkontrolle in München völlig eskalierte

  1. Dieter Arndt

    Ja Supiii !
    Der arme , arme Schwarzfahrer und die bösen, bösen Kontrolleure​ !
    Gehts noch ?
    Wer solchen Ärger vermeiden will kauft sich ein Ticket , gut ist.
    Was geht bei uns eigentlich ab, das Täter grundsätzlich mehr Rechte und mehr Mitleid haben als Opfer?
    Das ist doch genau so eine “ seltsame “ Reaktion wie damals , als der Depp mit der Axt durch‘ n Zug ging und , ernsthaft , jemand fragte warum die Polizei ihn erschossen hat ?
    Schlag nicht mit der Axt um Dich, kommst auch lebend ans Ziel ,
    kauf Dir ein Ticket , wirst nicht rausgeschmissen !
    Ist doch ganz einfach !
    Ich selbst bin irgendwann in den 1970 ern erstmals Bahn gefahren und bis heute weder rausgeschmissen noch erschossen worden .
    Ja ! so einfach ist das !

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